Klang – Bruch – Fort(Setzung)
Klang – Schrift – Struktur, diese Begriffe sind in der Musik von
Klaus Karl Hübler, geboren 1956 in München und in München lebend, auf eine ganz individuelle Art mit einander verknüpft. Sie sind eines: Klangschriftstruktur, Strukturklangschrift, Schriftklangstruktur und getrennt: indem der Klang durch differenzierteste Schrift-Zeichen in seiner Struktur nachgezeichnet und gleichzeitig in der Schrift erst geboren wird – eines der vielen Paradoxa dieser faszinierenden Musik, die den Bruch kennt, – auch den Bruch im Leben – welcher der komplexen Struktur erst ihre verletzliche Wahrheit verleiht.
Im Gespräch mit drei versierten Interpreten seiner Musik: Sylvie Lacroix, Andrea Kiefer und Klaus-Peter Werani, wird die Rolle des Interpreten bei der Entschlüsselung der Musik-Texte (denn sprechend ist diese Musik allemal!) von Klaus Karl Hübler zur Sprache kommen. Sie werden die Musik zum Sprechen bringen, zur Sprache, die dem Komponisten selbst seit einer schweren Erkrankung als Ausdrucksmittel nur noch unter Schwierigkeiten zur Verfügung steht.
gespielt werden
Excerpt: Sylvie Lacroix – Flöte
Lamento, Scherzo ed Arioso: Klaus-Peter Werani – Viola
Maske: Andrea Kiefer – Akkordeon
Eintritt: Euro 10,- / erm. 7,-
Reservierung: 089 / 18910788
Ort: Giesinger Bahnhof, Giesinger Bahnhofsplatz 1, 81539 München
U2, S3, S7, Tram 27, Bus 53, 139, 144, 220 / Haltestelle Giesing
Klaus K. Hübler – 1956 in München geboren, begann schon früh seine kompositorische Karriere. Er studierte Komposition bei Peter Kiesewetter und Brian Ferneyhough sowie Musikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 1975 entstanden etwa 24 Werke, vorrangig Kammermusik. 1977 erhielt Hübler den Förderpreis der Landeshauptstadt Stuttgart für sein 1. Streichquartett. In den folgenden Jahren wurde sein komplexes und konsequentes Schaffen mit weiteren Preisen, Ehrungen und Stipendien ausgezeichnet. Es folgten Einladungen zur Teilnahme an internationalen Kompositionsforen: Stiftung Künstlerhaus Boswil (1982-84); Ferienkurse Neue Musik Darmstadt (1984-88); Pittsburgh International Music Festival (1986). Stipendien erhielt Hübler von der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF (1982), dem Centre européen pour la recherche musicale (1983), der Landeshauptstadt München und des Landes Niedersachsen für einen Arbeitsaufenthalt auf dem „Künstlerhof Schreyahn“ (1988) und weitere ...
Hüblers Werke wurden auf tonangebenden Festivals in Deutschland, Italien, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich aufgeführt und von verschiedenen Rundfunkanstalten produziert. Hübler schrieb neben seiner kompositorischen Arbeit in den Jahren 1975 bis zum plötzlichen Ausbruch einer lebensbedrohenden Erkrankung 1989, die sein kreatives Schaffen für fast 6 Jahre unterbrach – zahlreiche kritische Schriften; u.a. über Karlheinz Stockhausen‚“Und doch bin ich Mensch geworden“ ; über John Cage „Gedanke und Stil“. Versuch einer kritischen Dokumentation. Ab 1995 begann Klaus K. Hübler einen Neuanfang, wieder auf der Suche nach dem unverwechselbaren Stil, der ein eigener und doch ein anderer werden sollte. Sein OEuvre beim Schreyahner Herbst 2001: Uraufführung der Werke: Maske, Mutmassungen für Akkordeon (1995-96) und Paravent für Ensemble (2. Version 1997-98). Es folgten: Die Uraufführung für Orchester Vanitas beim Stuttgarter Eclat Festival 2003. Der Kompositionsauftrag der Akademie der Schönen Künste München 2004 mit Tymponen, Sonate für Klavier und Violine. Uraufführung der Werke Palimpsest /Konjektionen für Bassflöte bei den Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt 2004 und B.B.H. für Klavier linke Hand, Sprecher und Jandl, Musik der Jahrhunderte, Stuttgart 2006. Klaus K. Hübler lebt und arbeitet in München.
Mittwoch 21. Oktober2009, 20 Uhr
verhört? Komponisten im Gespräch
Klaus K. Hübler